Project Description

1970s Ibanez 2455

Ende der ’60er Jahre fasste man beim Hoshino-Konzern in Japan einen folgenschweren Entschluss, der im Verlauf der ’70er zu einem Rechtsstreit mit den amerikanischen Herstellern Fender und Gibson führen musste. An Stelle von eigenen Modellen kopierte man fortan schamlos die begehrten Vorbilder aus den USA und war dabei aber nicht von Beginn an auf Augenhöhe, was Klang und Verarbeitungsqualität betrifft. Aber mit Letzterer lief es ja zu der Zeit auch bei Fender und Gibson mitunter in die falsche Richtung. Doch bereits gegen Mitte der 70ern war man bei Ibanez bereits in der Lage, Spitzeninstrumente zu einem international unschlagbaren Preis anzubieten. Das musste also vor Gericht enden…

Ibanez hatte zu dieser Zeit nicht nur sehr viel Erfahrung beim Bau von Solidbodys, auch Akustikgitarren wurden in Japan schon seit längerem hergestellt. Warum also nicht auch die großen Archtops kopieren? 
Dabei handelt es sich bei der Ibanez 2455 streng genommen nicht um eine exakte Kopie der Gibson L4 CES. Konstruktiv wird nämlich gesperrtes Holz verwendet und nicht massives, wie beim Original. Mit dem andersartigen Kopfplattendesign sind dann aber alle Unterschiede schon aufgezählt. 

Die gesperrte Decke macht sich dabei nur im rein akustischen Klang bemerkbar. Am Amp glänzen die beiden Ibanez Super 70 Humbucker und verleihen der Ibanez eben jenen Sound, den man als Jazzer sucht. Der schlankere und nicht all zu kräftige Hals spielt sich angenehm und die Bespielbarkeit lässt keine Wünsche an eine niedrige Saitenlage offen. 

Dass es sich um ein Pre-Lawsuit Modell handelt erkennt man übrigens am Open Book Design der Kopfplatte, welches dem Kopfplattendesign von Gibson doch zum verwechseln ähnlich sieht. Dies lässt zudem Rückschlüsse auf das Baujahr zu, denn der Rechtsstreit fand 1977 statt und führte zu einer Änderung des Designs. Wir schätzen die 2355 auf etwa 1974, da sie auch keine Seriennummer auf der Kopfplattenrückseite trägt.  

Der Zustand dieser wohl etwa 46 Jahre alten Archtop ist sehr gut. Gebrauchsspuren sind zwar vorhanden, sind aber absolut altersgerecht. Schließlich wurde die Ibanez auch gespielt. Im Lieferumfang ist ein älterer Koffer enthalten.

 

  • Serial: nicht vorhanden , Made In Japan
  • Natural Blonde Finish
  • Laminated Flamed Maple Back And Sides
  • Laminated Spruce Top
  • 3-Piece Maple Neck
  • Ebonized Rosewood Fretboard
  • ‘C’-Neckprofile
  • 24,75″ Scale
  • Block Inlays
  • Nut Width 43.2mm
  • 20 Medium Jumbo Frets
  • 2 Ibanez Super 70s Humbuckers
  • Wooden Bridge
  • 3-Way Toggle Switch
  • 2x Volume, 2x Tone Controls
  • Ibanez Tuners
  • Weight: 3,6kg
  • Hardshell Case

Die Ibanez zeigte im Scan keine Probleme. Nach der Justage des Trussrods haben wir lediglich die Einstellung der Brücke vorgenommen, um ein erstklassiges Setup zu erreichen.

Durchgeführte Arbeiten: Plek-Scan, Analyse & Setup

Die Saitenlage liegt gemessen im 12. Bund nun bei:

  • E: 1,6mm
  • e: 1,1mm
  • Strings: 12-52 Flatwound

Die Bünde bilden über dem Griffbrett einen gemessenen Radius von 9.3″ bis 13″ ab, die Bespielbarkeit dieses Vintage-Instrumentes ist durch die durchgeführten Maßnahmen nun hervorragend.