1974 Gibson L6S – Refret

Gibson stellte die L6-S in den frühen 1970er-Jahren als radikale Neuinterpretation der klassischen E-Gitarre vor. Entwickelt unter Mitwirkung von Bill Lawrence, einem der einflussreichsten Pickup-Designer seiner Zeit, zielte das Modell auf Vielseitigkeit, moderne Konstruktion und ein von konventionellen Gibson-Designs losgelöstes Erscheinungsbild. Das Ergebnis war eine Gitarre, die ebenso funktional wie charakterstark war – und die bis heute einen ganz eigenen Platz im Kanon der Marke einnimmt.
Die hier angebotene L6-S stammt aus dem Jahr 1974 und wurde mit Blick auf Spielbarkeit und Substanz behutsam überarbeitet. Der Mahagonikorpus mit seinem markanten Wine Red Finish zeigt charmante Altersmerkmale, wurde jedoch nie überarbeitet oder nachlackiert. Der dreiteilige Ahornhals trägt ein Palisandergriffbrett mit 24 Bünden – ein eher ungewöhnliches Detail für eine Gibson dieser Ära. Die Gitarre wurde im Rahmen einer professionellen Neubundierung mit Jescar FW55090 Bunddraht versehen und erhielt im selben Zuge einen neuen Knochensattel. Die Bearbeitung erfolgte mithilfe unserer Plek-Station, was in einer hervorragend ausgewogenen Saitenlage und präzisen Intonation resultiert.
Die Mechaniken wurden gegen hochwertige Gotoh-Tuner getauscht – ein praktisches Upgrade, das optisch dezent bleibt und die Stimmstabilität zuverlässig erhöht.
Der Zustand der L6-S ist für ihr Alter ausgesprochen gut. Gebrauchsspuren sind vorhanden, beschränken sich jedoch auf die üblichen, über Jahrzehnte entstandenen Spuren eines Instruments, das gespielt – aber stets respektvoll behandelt wurde. Geliefert wird die Gitarre in einem einfachen, nicht originalen Gigbag.
Ein bemerkenswert eigenständiger Klassiker aus Gibsons progressivster Phase – mit einer durchdachten Auffrischung, die das Instrument in seiner besten Form zeigt.
